Letzte Aktualisierung:
16.11.2017, 13:04 Uhr

Eröffnungskonzert der Valleyer Kulturtage"Die Vollkommenheit war ohne Klage"*
Valley ist die Kultur-Gemeinde des Landkreises - aus eigener Kraft: Der 3.000 Einwohner zählende Ort verfügt über eine sehr reiche Kulturszene: Hier leben sehr engagierte kreative MitbürgerInnen & viele Talente - Freitzeitkünstler & Profis. Teilgenommen haben zum ersten Mal auch Musiker aus der italienischen Partnergemeinde Fontanella.

Dieses Jahr fand zum vierten Mal der "Marathon" der Valleyer Kulturtage statt: Bis zum 11. Oktober boten Musiker & Theatermacher, Autoren & Künstler, Filmemacher & Fotografen ein abwechslungsreiches Programm für Alt & Jung: Es waren drei Tage voller Kunst & Kultur mit Musik & Theater, Kunstausstellungen & Filmen, Lesungen & Tanz, Meditation & Workshops (Hier noch einmal das gesamte Veranstaltungsprogramm in einer pdf)

Konzert in der St.Martin Kirche in Valley-Grub

Zwei grandiose Eröffnungskonzerte
Am Donnerstag (8.10.) fand der Prolog "Meine Seele hört im Sehen" in der Gruber Sankt Martins Kirche am Nordrand der Gemeinde statt: Gespielt wurden Werke aus der Barockzeit bis zur Klassik für Sopran, Querflöte, Cello, Klavier & Oboe von Johann Sebastian Bach bis Joseph Hayden. Lyrik von Andreas Gryphius, Christian Hoffmann von Hoffmannswaldau, August Wilhelm Bürger & Friedrich Hölderlin, von dem auch die oben zitierte Zeile* aus seinem Gedicht "Der Herbst" stammt, ergänzte die kammermusikalische Reise durch die Epochen. Ein sehr harmonischer, einmal von Glockengeläut effektvoll untermalter, wie stimmungsvoller Oktoberabend in der vollbesetzten kleinen Kirche, die einen ausgezeichneten Klangraum bietet: Man kann (augenzwinckernd) mit Fug & Recht von "St. Martin in the fields of Grub" (in Anspielung zur weltberühmten Londoner Konzertkirche St. Martin in the fields) sprechen ...
Eröffnung der Valley KulturtageDer Eröffnungsabend
Bei der offiziellen Eröffnung am Freitag in der vollbesetzten Zollinger Halle mit ihrer ebenso hervorragenden Akustik trumpfte dann das musikalische Valley erneut fulminant auf. Geboten wurde Barock- über Volksmusik bis Jazz: Orgel & Zither lösten sich mit Harfe & Hackbrett ab. Andere farbliche Klangakzente setzten Vokalstimmen & das Jazz Saxophon.

Hausherr Sixtus Lampl eröffnete den Abend an der Orgel kraftvoll mit Johann Sebastian Bachs Prelude in A-Moll, BWV 559. Dies nahm dann die Zither auf & spielte ebenfalls Bach. Der Männergesangsverein Valley zeigte mit traditionellem Liedgut was er „drauf“ hat, Hackbrett & Harfe spielten eine Sonate von Melchior Chiesa.

Die für die Kulturtage sich extra zusammengefundenen virtuosen Stimmen der Acapella-Gruppe „jUSt“ begannen bairisch mit ihrem Regional-Song "Von Darching bis nach Stürzlham" & wechselten dann zu Pop-&-Soul-Songs. Der Valleyer Notenschlüssel spielte u. a. Volksweisen, aber auch einen Walzer von Dmitri Schostakowitsch. Das Jazz-Trio überzeugte  & grüßte die italienischen (Städte-)Freunde mit Renato Carosones "Tu vuo fa l'Americano".

Abwechslungs- & kontrastreicher konnte der Auftakt nicht sein! Der Beifall wollte nicht enden ... Glücklich schätzt sich der, der in seiner Gemeinde soviel herausragende Musiker hat.

Doch der Eröffnungsabend war damit noch lange nicht vorbei. Von der Zollingerhalle ging es von Fackeln begleitet zu der sehr sehenswerten Kunstausstellung ins ehemalige Sudhaus der Brauerei  (Hier die Künstler).

In der Alten Schule wurde anschließend das KaDeWe (Kaufhaus der Werte), eine interaktive Kunstausstellung des Vereins Kunstdünger, eröffnet.

Im zum "Kulturcafé" umgetauften Bräustüberl spielte bis spät in die Nacht das Jazz-Trio.

Samstäglicher Kulturmarathon

Der Tag war (über)voll mit Terminen, die sich (wohl unvermeidlich) zum Teil überschnitten. Die zahlreichen Besucher mussten aus den reichhaltigen Alternativen auswählen. (Die Berichterstatter kamen gar nicht so recht hinterher ...)

Von den vier Theatergruppen Valleys boten drei neu einstudierte Bühnenstücke: Der Burschenverein Oberdarching-Mitterdarching zeigte "Romeo und Julia auf Bayerisch". Zwei Schauspieler des Trachtenvereins Schlossbergler zeigten "Weizen auf der Autobahn" von Felix Mitterer. Und die Theatergruppe Valley brachte Andrea Maria Schenkels Bestseller-Krimi "Tannöd" auf die Bretter des Kirchenwirts (hier die Säulen der Valleyer Bühnenkunst).

In die Neue Schule lockten Workshops für alle Altersgruppen vom Mobile basteln über Nadelfilzen bis hin zu einer Yogareise. Lesungen fanden in der Schlosskapelle statt; zu später Stunde spielten in dem Kirchenraum noch „Hurraxdax“ auf.

Am Abend brilllierten u. a. noch einmal "Die Fantastischen 4x2“ von „jUSt“. Das zahlreich ins Sudhaus gekommene Publikum wollte sie nicht gehen lassen. Die Kulturtage klangen dann am Sonntag mit einem Kulturfrühschoppen & Standkonzert der Unterdarchinger Blasmusik aus.

Valleyer KulturtageFazit
Die Veranstaltungstage waren "einfach saustark", wie es der Spiritus Rector der Valleyer Kulturtage Bernhard Wolf ausdrückte.

Diesem Lob kann man sich uneingeschränkt anschließen ...

Viele Fotografen waren unterwegs & "vor Ort". Ihre Ausbeute wird im November bei einer (internen) Nachfeier für alle Mitstreiter gezeigt.

Wer alles mitgewirkt hat bei den diesjährigen Kulturtagen, das verrät die Homepage des Festivals der kulturellen Vielfalt mit weiterführenden Links zu Personen & Gruppen.

Notabene

Der Miesbacher Landkreis ist überaus kulturaffin: Die Nordgemeinden bestreiten die meisten Veranstaltungen mit Aktiven aus ihrem kreativen Umfeld. Die Südgemeinden haben sich mehr darauf spezialisiert, prominente Künstler ins Oberland zu holen. Das Problem ist jedoch, dass an vielen Orten manche Termine parallel stattfinden. Mehr Absprache unter den Veranstaltern wäre wünschenswert ...
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