Letzte Aktualisierung:
24.07.2017, 10:30 Uhr

Der Stoff, aus dem die (T)Räume sind

Ein Haus für heute und morgen


Zum Tag der offenen Tür gewährte Klaus Gruber, Zimmerer aus Hausham, Einblick in sein neues Haus in Bayrischzell.
Ein Haus in Massivholzbauweise.
Die Innenwände sind teilweise mit Lehm verputzt, die Außenwände werden durch Putzflächen strukturiert. Die sichtbaren Holzflächen haben innen eine lebhafte Oberfläche. Neben den Astlöchern sieht man die zahlreichen Holzdübel, durch die der mehrschichtige Wandaufbau - komplett aus Holz - zusammengefügt wird. Denn das Haus wurde ohne Nagel, ohne Dampfsperre und andere Dämmmaterialien gebaut: Es ist diffusionsoffen. Die Bauweise aus Vollholz, in mehreren Schichten durch Holzdübel verbunden, entspreche neben den statischen auch den bauphysikalischen und brandschutztechnischen Anforderungen, führte Holzfachmann Gruber aus. Zwei Tage zuvor hatte es vom Erfinder des patentierten Holzbausystems Holz100, Erwin Thoma, einen umfassenden Vortrag zur Wertschätzung des Waldes und seiner Bewohner, der Bäume, gegeben. Bäume  kommunizieren untereinander, erläuterte Thoma, dessen Unternehmen in Österreich liegt. Sie bilden ein geschlossenes System. Die schnellwachsende Fichte, ein begehrtes Holz der Wirtschaft, sei mit ihren flachen Wurzeln ein unverzichtbarer Kooperationspartner im Kommunikationssystem der Bäume. 
 
Holz lebt. Das Bauholz stammt aus heimischen Wäldern. Hier zeichnet es sich durch sogenanntes Mondholz aus, das nach den Regeln des Mondkalenders "geerntet" wird: Bei abnehmendem Mond gibt es "Saftruhe im Stamm", heißt es in der angewandten Holz-Philosophie.

Ein barrierefreies Haus. Vom Keller bis ins Obergeschoss führt ein Schacht: Gleich neben der Treppe dient er dem kletterbegeisterten Hausherrn heute als Boulder-Ecke. Hier kann später ein Lift eingebaut werden, um das Haus rollstuhlgerecht oder für ältere Menschen auszustatten. Auch die Verkehrsflächen sind so breit, dass ein Rollstuhlfahrer bequem wenden kann.

Badezimmer mit Ausblick. Ein bisschen Luxus darf schon sein. Von einer Badewanne hinaus in die Berge schauen zu können, das ist Wellness pur zu Hause und ganz speziell an den Bedürfnissen der Hausbewohner ausgerichtet. Dafür fällt das Schlafzimmer dann etwas kleiner aus.