Letzte Aktualisierung:
16.11.2017, 13:04 Uhr

 Kinder erzählen Geschichte - lebendig & tabulos 

Die kleine Kreisstadt vor den Alpen

Das ist Miesbach mit seinen umgebenden Haglandschaften im hügligen Voralpenland, mit ausgeprägten Traditionen und mit dem in aller Welt bekannten oberbayerischen Fleckvieh. Interessiert man sich für die Vielfalt der Trachten, kommt niemand an der Miesbacher Tracht vorbei und am Säckler, dem traditions- reichen Beruf des "Lederhosenschneiders".

Obwohl in der Stadt heute multikulturelle Vielfalt gelebt wird, haben die bäuerlich-ländlichen Traditionen ihren Platz einge- nommen und prägen das Bild der Kleinstadt, die geschäftig und bunt ihre Zukunft im Auge behält, und in diesen Tagen besonderes Augenmerk auf die jüngsten der Stadt, Kinder und Jugendliche, lenkt.
 

Die Nase im Wind: Woher kommt der Duft
Einmal pro Woche ist Markt auf dem unter Ensemble-Schutz stehenden Marktplatz, der von seinen Bewohnern liebevoll als die Gute Stube der Stadt bezeichnet wird.
Hier werden Produkte aus der Region verkauft: Neben frischem Gemüse, Kräutern, Obst auch Blumen, Fleisch & Milch-Produkte. Es lohnt sich, beim  Einkauf auch mal ein paar Sekunden innezuhalten, das bunte Marktleben zu verfolgen und den Düften nachzuspüren, die von den Ständen ausgehen.

Kinder sehen ihre Stadt
Anlässlich des 900-jährigen Stadtjubiläums eröffnete Bürgermeisterin Pongratz eine nicht alltägliche Kunstausstellung in der Miesbacher Innenstadt.
Auf 130 Holzstelen haben Kinder die Stadtgeschichte Miesbachs dargestellt. Sie sind in vielen Straßen und auf Plätzen zu sehen.
Ingrid Pongratz sprach den Akteuren ein dickes Lob aus und diese nahmen es nicht ohne Stolz entgegen.
Die Schulen aus Miesbach und Parsberg von Grund-, Real- bis Berufsschule und Gymnasium waren an der Gemeinschaftsaktion beteiligt.
Wenn am Ende dann alles gelungen ist, so wird in der Retrospektive gerne von dem einen oder anderen Missgeschick berichtet, das auf dem Weg bis zur Fertigstellung geschah.

Genau wie im richtigen Leben
Die Schüler waren sofort zu begeistern, während bei einigen Lehrern erst Vorbehalte aus dem Weg geräumt werden mussten, bevor sie dem Projekt zustimmten, von dem niemand genau wusste, was am Ende dabei herauskommen würde: Ein Projekt, gestaltet und realisiert von kleinen und größeren Künstlern, die mit großer Kreativität die Geschichte ihrer Stadt auf Holzstelen der Öffentlichkeit in bunter Farbenvielfalt präsentieren.
Das Resultat
Entstanden ist dabei ein lebhaftes Bild der Stadt- und auch der Zeitgeschichte. Ausdrucksstark erzählen die Bilder von historischen Ereignissen, von Kirchen und Häusern. Die dunklen Seiten der Geschichte werden nicht ausgelassen. Da wird von kriegerischen Auseinandersetzungen, der Selbstjustiz der Haberer, dem Henker, dem Beinhaus und der Pest berichtet. Bilder mit Ereignissen, die Stadtgeschichte machten.              
Auch vom ersten "dauerhaften Maibaum" im Jahr 1968 wird erzählt. Die "Tracht dient der Unterhaltung", von der charakteristischen Damen-Haarmode bis zum Detail der Gürtelschnalle (s.Foto oben).  Auf einer Stele sind unzählige Vornamen versammelt, die von der multikulturellen Vielfalt der Stadt und ihrer Bewohner zeugen ...