Letzte Aktualisierung:
21.09.2017, 08:07 Uhr

Muss die schöne Kuh Doris bald Windeln tragen?


Pampers für Kühe? Hohe Medien-Wellen schlug die PR-Kampagne des bayerischen Bauernverbandes in Gmund am Tegernsee, der mit der "gewickelten" Kuh Doris (6 Jahre alt, 40 Liter Milch-Tagesleistung) anschaulich wie bildhaft auf eine Verschärfung der geplanten EU-Richtlinien bei der Düngeverordnung aufmerksam macht. Künftig soll  auf Hangweiden mit mehr als 15% Neigung ein generelles Düngeverbot gelten, erläuterte Oberbayerns Bauernpräsident Anton Kreitmair die gemeinsame Aktion mit Gmunder Landwirt Johann Huber, der zu diesem Zweck seine Kuh Doris "wickelte und windelte".

Foto links & rechts oben:
Doris ertrug ihre Verpackung stoisch und ließ sich weiter nicht stören. Auch selbst beim Interview war ihr noch nicht mal ein Muh zu entlocken.

Aussichten in der Landwirtschaft

Oberbayerisches Fleckvieh

Mit ca. 50 ha Land wirtschaftet der Hof in Gmund heute nach dem 3-Säulen-Prinzip, einer Kombination von Vieh- und Waldwirtschaft sowie Fremdenverkehr.
Ein Bilderbuch-Hof in der Miesbacher Kulturlandschaft.
Mit 18 Kühen kann ein kleiner Familienbetrieb von der Milchwirtschaft allein schon lange nicht mehr leben. Das Problem betrifft die konventionelle Landwirtschaft wie die Öko-Landwirtschaft gleichermaßen.

Kreitmair unterstrich die Wichtigkeit dieser Kampagne besonders in Oberbayern. In anderen Regionen des bundesweiten Bauernverbandes sei nicht mit Unterstützung zu rechnen, da das Problem von Hanglagen bei den meisten nicht vorkomme. Es betreffe aber auch Weinbau-Regionen. Weiter verwies er auf die Bedeutung des Kreislaufes in der Landwirtschaft vom Tier bis zum Lebensmittel. Bei einer sachgerechten Ausbringung der Gülle sehe er keine Probleme für den Gewässerschutz.

"Wachsen oder Weichen"

Landkreis Miesbach - Gemeinde Weyarn

Dieses Schwarz oder Weiß-Prinzip ist besonders in der Landwirtschaft breit vertreten, aber auch gleichermaßen umstritten. Die vielen Töne, die dazwischen liegen und wie sie der Gmunder Bergerhof sowie auch andere Höfe im Landkreis im Norden wie im Süden - nach dem Mehrsäulenprinzip - schon länger praktizieren, werden dabei vielfach nicht berücksichtigt.
Ob das Wirtschaftsprinzip "Wachstum" heute noch uneingeschränkt realisierbar und "heilbringend" ist, darüber diskutieren Wirtschaftsexperten. Ein Umdenken ist vielfach in ersten Ansätzen erkennbar. Ins gleiche Thema gehört auch der im Gmunder Ortsteil Festenbach geplante Großstall für mehr als hundert Kühe - mit einer über 3000 Quadratmeter großen Grundfläche (Diese Fläche entspricht einer Grundfläche von mehr als 30 Einfamilienhäusern. Er erinnert zugleich an die Dimensionen einstiger LPG's der ehemaligen DDR) Welche Spezialgeräte dort dann für Gülle - ob mit neuer oder alter Richtlinie - eingesetzt werden müssen, steht bislang nicht auf der Agenda  ...