Letzte Aktualisierung:
21.09.2017, 08:07 Uhr

Strickmützen für Miesbach ... und ein Plädoyer für den Frieden.

Ein Fest für den Frieden in Miesbach Das war eine gute Idee. Andrea Dular, Ärztin am Gesundheitsamt Miesbach, strickt selbst gern und färbt Wolle. Vernetzt mit der Internetplattform "Knitting for Munich" hat sie fast 800 Mützen aus aller Welt für München und Miesbach gesammelt. Im Rahmen einer kleinen Friedensfeier für Muslime bzw. Weihnachtsfeier für Christen wurden in der Miesbacher Asylunterkunft farbenprächtige Mützen unterschiedlichster Strickmuster und Formen verteilt.

Zwischen Fröhlichkeit und Melancholie

Eine außerordentliche Idee erzeugt außerordentliches Aufsehen, dass sogar das Bayerische Fernsehen in der Miesbacher Asylunterkunft im alten Gesundheitsamt vorbeischaute. Die Kinder waren happy, sie nutzten die Gelegenheit, der Welt zuzuwinken. Flüchtlinge, die nicht ins Bild wollten, verließen vorher den Raum. Die Erlebnisse von Krieg, Flucht und Strickmützen für Miesbach und MünchenTrennung zeigen lange noch Wirkung.
Den beiden Organisatorinnen, Birgit Anders und der ehrenamtlichen Mitarbeiterin, Angela May, ist ein bunter und ungezwungener Abend gelungen, an dem getanzt, gelacht und musiziert wurde. Für den musikalischen Rahmen sorgte Ludwig Pschierl aus Miesbach. Er bedauerte, dass seine Band Afasia nur in kleiner Besetzung aufspielen konnte.

Amjad und Ahmad
Die beiden jungen Syrer kannten sich vorher nicht. Sie haben sich in der Wohnunterkunft kennengelernt, und nun sind sie Freunde geworden. Der 20jährige Amjad kam vor 6 Monaten allein aus Syrien.
Ahmad, sein Freund, unterstützt ihn sprachlich. Schließlich ist er schon über ein Jahr hier. Ahmad erzählt von den täglichen Miesbach: Strickmützenfest für den FriedenBombenangariffen auf Damaskus, vor denen er geflohen ist. Er berichtet auch über die Familie seines Freundes. Mutter und Schwester musste Amjad in seiner Heimat zurücklassen. Es sei "nicht einfach für eine Frau, ohne Mann in Syrien zu leben". Für eine Flucht reiche das Geld nicht und übers Meer zu kommen sei lebensgefährlich. Auch die Grenzen seien nur noch schwer zu passiern. Befragt zu seinen Berufswünschen, muss Ahmad passen. Er interessiert sich für Fitness, Kochen und Kunst. Ob er daraus eine Koch-Kunst machen wird, bleibt vorerst offen ...