Letzte Aktualisierung:
21.09.2017, 08:07 Uhr

Der vielfach beschworene soziale Frieden war nicht in Gefahr. So war es am Tag der offenen Tür für die Traglufthalle in Rottach Egern, die zukünftig 120 Flüchtlinge beherbergen wird. Einige hundert interessierte Bürger standen Schlange, um sich selbst ein Bild machen zu können.

Auf einer Pressekonferenz äußerten sich Landrat Wolfgang Rzehak, Rottach-Egerns Bürgermeister Christian Köck und Vertreter des Landratsamtes. Man war sich einig darüber, dass eine Notunterkunft keine Dauerlösung sei. Rzehak betonte, dass die Anerkennungsverfahren für Asylbewerber nicht länger als 3 Monate dauern soll(t)en. Auch der Bundestagsabgeordnete Alexander Radwan war unter den Besuchern.

Besucher am Tag der Offenen Tür in der TraglufthalleBesucher in der TraglufhalleEin Geben und ein Nehmen
Gabriele Schultes-Jaskolla (vorn li.), eine der Verantwortlichen des Helferkreises Rottach-Egern hilft, betonte, dass ein wechselseitiges Geben und Nehmen zwischen Einheimischen und Flüchtlingen entstehen könne. 70 Helfer sind inzwischen dabei.
Die Halle
Aus 3 Folienschichten, die 70% des Tageslichtes durchlassen, besteht die Außenhaut der stützenfrei überspannten Halle. Ein Drahtseilnetz dazwischen stabilisiert und verleiht ihr eine wabenartige Struktur. Erdanker, sog. "Erdnägel" sorgen alle 1,20 m für die entsprechende Bodenhaftung der Halle. Warme Luft - durch ein Stütz- bzw. Heizgebläse erzeugt - hält das luftige Gebäude in seiner endgültigen Form. Nur über eine Schleuse, die für Druckausgleich sorgt, wird die Halle betreten.

Aufenthaltsbereich in der TraglufthalleSchlafbereich in einer TraglufthalleWohnen - Schlafen
Kochen - Waschen

Rottach-Egerns Bürgermeister Christian Köck hob die Möglichkeiten der Beschäftigung und der Selbstversorgung hervor, die die Eigenverantwortung der Bewohner fördere. Die großzügige "Lounge" bietet Möglichkeit für Kontakte und Beschäftigung. Auf engstem Raum sind die Schlafbereiche angeordnet, durch Stellwände getrennnt, mit einem Vorhang zum Flur: 3 Etagenbetten, 3 Doppelspinte und 2 Kühlschränke. Im Küchen-Container (12 Herde und Spülen) darf selbst gekocht werden. 8 Waschmaschinen und Trockner stehen für die Wäsche zur Verfügung. Im Hygienebereich finden sich 10 Duschen, 16 Waschbecken, 24 WCs)