Letzte Aktualisierung:
24.07.2017, 10:30 Uhr

Bildergalerie
Skulpturen-Lichtung: Kunst an der Mangfall
ironisch - spielerisch - ernst

Viele Freunde der Kunst kamen am Samstag, den 27. September 2014, in einen Wald an der Mangfall. Ihr Ziel war die Valleyer Skulpturen-Lichtung des Bildhauers Tobel unterhalb von Hohendilching. Hier fand das zweite Internationale Bildhauer Symposium statt, das am 13. September eröffnet worden war und nun seinen Abschluß gefunden hatte.

Neue Skulpturen, Objekte & Installationen waren entstanden. Bei der Finissage wurden sie enthüllt & beleuchtet. Der Schirmherr, Landrat Wolfgang Rzehak & Valleys Bürgermeister Andreas Hallmannsecker  sprachen  Grußworte. Die Enthüllung der Werke erfolgte bei einem Rundgang durch die Skulpturen-Lichtung - begleitet von dem Saxofonisten Gerhard Wagner. Danach gab es ein Fest ...

Aktuell: Das 3. Internationale Bildhauer-Symposium findet noch bis zum 27. Juni 2015 statt.



Siggi Bussingers
leuchtende Skulptur
aus Tetraedern
mit Frischhaltefolie umwickelt

 

Unten: Spirale des Hausherrn Tobel 

     
     
Oben: Yang Liu aus China - Symbolhaft für die aktuelle politische Situation in seiner  Heimat

Rechts: Die 8000 Trinkhalme der Sybille Kobus (München) "saugen" das Wasser aus der Mangfall: "Die Neugier treibt mich dahin, wo aus Differenzen Zusammenhänge werden."


 

 


Rechts & unten:
Bob Budds
Weißwurst: "You are what you eat - roh & gekocht ..." oder Alles hat ein Ende, nur die Wurst hat zwei" ...


Links: Matthias Grübl (München) baute den Kubus
"Ohne Worte":
Kontemplation am Wassser

Links unten: Christiane Ahlhelm, Tobel & Gast
     

Rundgang
Zu sehen waren neben Arbeiten der Steinbildhauerei auch Intallationen aus Holz, Metall & Plastik; wobei einige durchaus einen temporären Charakter haben. Die Forellenzucht von Josef März, Nachbar von Veranstalter Tobel, war räumlich in das Ausstellungsareal  mit einbezogen. Am Eröffnungsabend wurde von daher selbstredend Fisch gereicht ...

Die Künstler kamen dieses Jahr aus China, England & Bayern. Den wohl ironischsten Beitrag lieferte der Englänger Bob Budd mit seiner "German Extrasausage", eine Pop-Art-Skulptur aus Marmor in Form einer riesigen Weißwurst. Bei seiner Präsentation steuerte er auf Deutsch auch einige Wurst-Aphorismen bei. Danach überreichte ein Gast ihm sogleich eine reale bayerische Weißwurst ...


Skulpturlichtung ValleyYang Liu aus Heilongjiang im Nordosten Chinas präsentierte einen Kommentar zur aktuellen politischen Situation seiner Heimat: Der von ihm "verschnürte" Steinblock, der entfernt an die Arbeiten des Verhüllungskünstlers Christo erinnert, symbolisiert die unterdrückten Freiheitsrechte im Land der Mitte & ist zugleich eine Erinnerung an das Tiananmen-Massaker in Beijing vor 25 Jahren sowie an die aktuellen Proteste der Demokratiebewegung in Hongkong.

Die Münchnerin Sibylle Kobus verarbeitete über 8000 bunte Trinkhalme zur farbengfrohen Installation "Durststrecke", die sich vom Ufer der Mangfall durchs Unterholz, über Bäume bis in die Skulpuren-Lichtung schlängelte: ein augenzwickernder Hinweis zur umstrittenen Wassergewinnung der Landeshauptstadt im Mangfalltal ...

Ebenfalls aus München kam Matthias Gröbl. Er baute einen Pavillon, einen Kubus aus Holz direkt am Wasser: eine Art Teehaus, ein Ort der Kontemplation.

 "Licht ist meine Religion", bekannte der dritte Münchner im Bunde: Sigi Bussinger konstruierte eine Tetraeder-Skulptur aus dünnen Stahlrohren, die er mit einer in jedem Haushalt anzutreffenden Frischhaltefolie umwickelte & zwischen die Bäume hängte. Am Abend wurde sie von Innen beleuchtet.

Der Hausherr arbeitete von Innen her eine Spirale aus einem stehenden Quader und ließ das Äußere unberührt: "Energy" taufte er den Granitblock. Da der Stein eine uralte Bruchoberfläche habe, solle sie auch bestehen bleiben, damit der Stein so seine ganz eigene Kraft entfalte, erläuterte Tobel.

Der Bildhauer  und seine Frau, Christiane Ahlhelm vom Verein Kunstdünger, stellten nicht nur die Freilufträumlichkeiten für den zweiwöchigen Workshop zur Verfügung, sie beköstigten & beherbergten darüber hinaus ihre Künstlergäste.

Am Ende Symposiums waren alle rundweg zufrieden. Die Veranstaltung wäre jedoch nicht ohne die Unterstützung vieler ehrenamtlicher Helfer & Sponsoren zu realisieren gewesen.

Helfer & Helfershelfer
Auch wenn nur wenige Kunstfreunde - wetterbedingt - nicht an der Eröffnung teilnehmen konnten, umso mehr waren es beim Abschluss & dem anschließenden Fest, bei dem Annemarie Hagn ein passendes Gstanzl mit Akkordeonbegleitung sang: Wunderbare  Welt
I
Z' naxt hat ma da Tobl a Briafal zuagschrib'n
i sollt doch kemma zum Symposium,
a, Briafal zuagschrib'n, zum Symposium
Hola riarei di ria rei di ho.

II
Sybille macht mit,
hat mir vor zwoa Jahr scho gfoin,
spielt sich endlos mit 10 000 bunte Strohhoim
hat ma damals scho gfoin, heuer sans de Strohhoim
Hoalriarei die ria rei di ho.

III
Der Sigi sagt Licht , das ist meine Relegion ,
bei eam leuchts Tag und Nacht ,im  orginal Bussinger Ton,
im Bussinger Ton, ja den  mag das schon,
Hola riarei di ria rei di ho.

IV
Bob Bud schweigt fein still,
und schleift an der Wurst,
an der konnst jetzt  probiern, und ihr d' haut owaziagn,
du konnst as probiern, und dua di ned blamiern,
Hola riarei di ria rei di ho.

V
Auf Sardinien war,  des Gartntürl auf,
bei dem is klangheimlich,  Alessandro hinaus,
in Dilching ham man dringend braucht,
na hats gewaltig g'staubt,
Hola riarei di ria rei di ho.

VI
Wann i ez dann boid moi ant Mangfoi owe  geh,
hock i mi eine in Mathias sein Pavillion ,
und trink an Hopfenblütentee
a mei des werd schee, mitn Hopfnblütntee
Hola riarei di ria rei di ho.

VII
Heilongjiang, und das Rote Seil aus China,
dadrizlt den Stein,
ja sowas war noch nie da
Yang Liu macht das fein, und hat so weit heim...
Hola riarei di ria rei di ho.

VIII
Mein lieber Freund Tobl, das hast du gut gemacht,
ich bin begeistert  und sage Dir... Schwer ist leicht was....
Ich wünsch Euch viel Glück,
kommts wieder mal zurück,
Hola riarei di ria rei di ho.

Melodie: Fensterstock Hias - Text: Annemarie Hagn zu Ehren der Künstler

Summa summarum: Die Besucher des Symposiums kamen gern, hatten Erkenntnisgewinn & viel Spaß. Sie sahen bildhauerische Variationen - teils ironisch, teils spielerisch, aber auch ernst -  zu Raum & Wasser, Licht & Energie. Eine Bereichung nicht nur für das Kulturleben des Landkreises, sondern auch darüber hinaus. Eine Fortsetzung sei dringend empfohlen!

Weitere Hinweise: Mehr Infos beim Verein Kunstdünger & siehe auch den Magazin-Artikel Skulpturen-Lichtung (2013).