Letzte Aktualisierung:
24.07.2017, 10:30 Uhr

 

Das 1.Wasserfestival in Bad Endorf

(21.7.) - Am vergangenen Wochenende war in Bad Endorf alles im Fluss. Am Freitag wurde das 1. Wasser-Festival eröffnet, eine Initiative von Bürgern und der Gemeinde.  Die Schirmherrschaft hatte Ex- Bürgermeisterin Gudrun Unverdorben übernommen. Die Musikkapelle & der Trachtenverein GTEV Edelweiß umrahmten die Eröffnungsveranstaltung, in deren Mittelpunkt die ausgesprochen kurzweiligen wie launigen Ausführungen von Martin Grambow (Foto unten), seines Zeichens Leiter der Abteilung „Wasserwirtschaft“ im bayerischen Umweltministerium & Honorarprofessor an der TU München, standen.
Grambow machte anschaulich deutlich, wie spannend das Thema „Wasser“ ist. Fazit: Wasser ist – um mit der Kanzlerin zu sprechen – alternativlos, meint: für das Leben schlechthin unverzichtbar – überall auf der Welt.

Wer Wasser hat, hat die Macht
In unseren Breiten können wir uns glücklich schätzen, dass wir genug Wasser zur Verfügung haben; nur manchmal kann das Wasser auch zu einer lebensbedrohlichen Gefahr werden, wie die Hochwasser der Vergangenheit auch in unseren Regionen gezeigt haben.
An vielen Orten der Welt ist der Zugang zum Wasser hart umkämpft. Wasser ist eine Frage der politischen & militärischen Strategie

Bevor wir verdampfen, verdursten wir
Eindeutig sprach sich Martin Grambow gegen die weltweiten Privatisierungstendenzen aus. Deutschland sei da mit dem widerständigen gallischen Dorf von Asterix & Obelix zu vergleichen. Und er erinnerte daran, das wir – Klimawandel hin oder her – wahrscheinlich eher verdursten als verdampfen werden.
Wie schwer jedoch das kommunale Wassermanagement sein kann, zeigen die anhaltenden Verhandlungen des Miesbacher Kreistages mit den Stadtwerken München.

Am Samstag bot dann ein wissenschaftlich hochkarätig besetztes Symposium Gelegenheit, die Aspekte der Wasserwirtschaft zu vertiefen. Der BR hat diese Veranstaltung für ARD alpha aufgezeichnet. In der Mediathek des BR ist sie anzusehen.

Vergessen wurde aber auch nicht die Unterhaltung beim Festival:.
Bei den Open Air-Konzerten spielten von Freitag bis Sonntag u. a. auf: Kofelgschroa (Bild links).  Bluekilla, Roland Hefter, Da Blechhauf'n XXl, Bavaria Blue, Federspiel & die Express Brass Band – ein Hauch von „Waterstock“ lag über dem Simssee.

Im Schloss Hartmannsberg ist noch bis zum 10. August die Kunstausstellung „Kaltes klares Wasser“ – Malerei, Installationen, Objekte, Video“ zu sehen. An der haben sich zehn Künstler & Künstlerinnen beteiligt; zusammengestellt wurde die Ausstellung von Kurator & Maler Bernhard Springer.

unten: Peider A.Defilla Ausschnitt aus der Installation
Am Sonntagvormittag informierte auf Schloss Hartmannsberg Emanuel Rund in einem sehr biografisch grundierten Vortrag über Wasser im Alten Testament und im Judentum: So erläuterte er z. B., dass von Jom Kippur bis Pessach an jedem jüdischen Feiertag in Gebeten der lebenspendenden Kraft des Wasser gedacht wird.

Am Samstagabend gab es ein Kabarettprogramm mit Faltsch Wagoni & Josef Brustmann, Angelika & Robert Atzorn, Thomas
Bogenberger & Uli Bauer. Am Samstag & Sonntag lockten darüber hinaus noch sehenswerte Filme zum Thema Wasser in Marias Kino und in den Kultursaal – besonders bemerkenswert ist darunter der gelungene Film von einer 8. Schulklasse über die Prien.

Panta rhei, alles fließt ... Das Programm war so reichhaltig, dass der Besucher nicht überall dabei sein konnte – dafür war aber für jeden etwas dabei. Zu wünschen ist den Veranstaltern (und ihren Sponsoren) dass sie zusammen mit der Gemeinde Bad Endorf & dem Landkreis Rosenheim im nächsten Jahr das Wasserfestival fortsetzen – Wasser Marsch!