Letzte Aktualisierung:
21.09.2017, 08:07 Uhr

Als industrieller Typenbau vom Anfang des letzten Jahrhunderts ist die Zollinger Halle mit ihrer Dachkonstruktion ein kleines Juwel. Neben der außergewöhnlichen Dachform bietet sie auch eine bemerkenswerte Akustik. 
Zollinger Halle in Valley
Als Prototyp für Sägewerkshallen stand sie gleich zweimal im Landkreis Miesbach: in der Gemeinde Valley im Ortsteil Grub und in Warngau. Die Warngauer Halle steht heute im Freilichtmuseum Glentleiten im Tölzer Land. Nachdem die offengelassene Halle im Ortsteil Grub zu verfallen drohte, wurde sie ins Zentrum der Gemeinde transferiert. Dort ist sie heute mehr als ein Museumsstück. Gleich neben dem Orgelmuseum des alten Valleyer Schlosses dient sie seit Anfang des Jahrtausends als Konzertsaal.

Konzertraum der Zollinger HalleDie Halle zeichnet eine stützenfreie Dachkonstrukion aus, die Baumeister und Stadtplaner Friedrich Zollinger in wirtschaftlich schwierigen Zeiten aus Sparsamkeitsgründen in den 1920er Jahren entwickeln ließ. Entstanden ist ein rautenförmiges Dachtragwerk, das mit seinen schlanken Holzquerschnitten material- und kostensparend war. Zollinger ließ sich die Konstruktion patentieren. Statisch berechnen ließ sich das Tragwerk damals nur annähernd. Die Dachkonstruktion wurde sowohl im Industrie- und Hallenbau als auch im Wohnungsbau eingesetzt. Konkav zugesägte und wechselseitig miteinander verbundene Bohlen, die nicht rechtwinklig zueinander stehen, bilden das flächige Dachtragwerk, die dem Dach die leicht gewölbte Form verleihen.