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16.11.2017, 13:04 Uhr
    


Hör+Tipps 16.11.

Der Grüne Wanninger 2016

10.10.2016
News & Infos >> Kultur News

Verleihung des Grünen Wanninger 2016Den diesjährigen Kulturpreis der Grünen Bezirkstagsfraktion erhielt Maria Nieves Tietze für ihr Engagement für "besondere Menschen“. Der Grüne Wanninger wurde im Rahmen einer Matinee an der Nepomuk-von-Kurz-Schule in Ingolstadt überreicht. Der Veranstaltungsort, die Turnhalle der Förderschule, konnte nicht besser gewählt sein.

Tanz zu Freude & Lebensgefühl
Den Kulturpreis der Grünen Bezirkstagsfraktion erhielt dieses Jahr Maria Nieves Tietze für ihr Engagement für "besondere Menschen“. Bezirksrat Joachim Siebler moderierte die Preisverleihung des Grünen Wanninger 2016. Martina Drexler, die Konrektorin der Johann-Nepomuk-von-Kurz-Schule, erläuterte den pädagogischen Förderschwerpunkt für körperliche & motorische Entwicklung ihrer Schule, die in der ehemaligen Festungsanlage an der heutigen Elbrachtstraße in Ingolstadt untergebracht ist. Eine sinnvollere Nutzung einer alten Kasernenanlage kann man sich kaum vorstellen ...

Grußworte sprachen die Kreisvorsitzende der Grünen Steffi Kürten – mit dezidierten politischen Akzenten, die Bundestagsabgeordnete und Bezirksvorsitzende der Grünen, Agnes Krumwiede, die einen Ausschnitt aus ihrer Bundestagsrede zur Behindertenförderung zitierte sowie der Landesvorsitzende der Grünen in Bayern, Eike Hallitzky. 

Hallitzky erinnerte noch einmal an den Namensgeber des Kulturpreises, an den Buchbinder Wanninger, eine Figur von Karl Valentin, der unermüdlich telefonisch versucht seine fertiggestellten Bücher an seinen Kunden auszuliefern, jedoch in die Endlosschleife der Verwaltung gerät … Wanninger zeichne ein Beharrungsvermögen aus, was auch in der Politik & Kultur von Nöten sei, betonte Hallitzky. Der Kulturpreis "Der Grüne Wanninger", er wird seit 1988 jedes Jahr verliehen, solle daran erinnern & Mut machen, nicht aufzugeben. In dem Sinne sei es ein Preis der „unbändigen Lust an der Kultur".

Berührende Momente
Maria Nieves Tietze wurde für ihr Engagement bei der Inklusion von Menschen mit Behinderung ausgezeichnet. Die Preisträgerin bietet im Ingolstädter "Kunstzentrum Besondere Menschen" Tanzkurse & -Workshops an. Statt von Behinderung spricht man heute besser von "besonderen Menschen", wie bei dieser außergewöhnlichen Veranstaltung, die musikalisch von dem Jazz-Duo „Joey Finger Group“ begleitet wurde, mehrfach betont wurde.

Die sehr persönlich gehaltene Laudatio auf Maria Nieves Tietze hielt Malerin & Freundin Kathleen Kornprobst, die selbst im Rollstuhl sitzt. Die Preisträgerin erhielt viel Applaus. Unter Tränen der Freunde nahm die aus Argentinien stammende Tänzerin den Preis, der mit 1000 Euro dotiert ist, entgegen.

Zum Schluss der Feierlichkeiten zeigte sie dann einen Ausschnitt aus ihrer Arbeit mit besonderen Kindern: u. a. tanzte sie mit einem Jungen im Rollstuhl ein intimes Pas de deux, in dem sie seine Hand ergriff & beide sich um die eigene Achse drehten. Der Junge im Rollstuhl strahlte, genoss sichtlich die Freude des gemeinsamen tänzerischen Augenblicks. Danach war eine junges Mädchen ihre Tanzpartnerin, die ihren Auftritt vor einem größeren Publikum – zur Preisverleihung waren etwa 100 Gäste gekommen – feierte. Ein älterer Junge ergänzte dann das Duo. Auch er freute sich über seine gelunge Darbietung. Am Klavier begleitet worden waren sie von dem Autisten Lewan Paresi, der zum Abschluss auch noch einmal mit Maria Nieves Titze tanzte … der Applaus wollte kaum ein Ende nehmen; die Zuschauer waren berührt von den innigen Bewegungsvariationen & begeistert über die Möglichkeiten, die eine Tanztherapie leisten kann. Siehe auch Am Anfang war der Tanz

Übrigens:
Johann Nepomuk von Kurz, der Namenspatron der Schule, war auch Buchbinder. Er lehrte im frühen 19. Jahrhundert körperbehinderten Lehrlingen das Handwerk. 1832 gründete er in München das erste private "pädagogisch-technische Wohltätigkeitsinstitut" für behinderte Kinder beiderlei Geschlechts. Daraus wurde die später die"Königlich Bayerische Erziehungsanstalt für krüppelhafte Kinder" ... heute spricht man von "besonderen Menschen" ...

 

 

 

 

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