Letzte Aktualisierung:
16.11.2017, 13:04 Uhr
    


Hör+Tipps 16.11.

Die Reformation im Oberland

13.04.2017
News & Infos >> Oberbayern Panorama

Was war passierte während der Reformationszeit im Miesbacher Land?

1522 hatten sich das Herzogtum Bayern unter Wilhelm IV. & Ludwig X. zum Katholizismus bekannt. Die Untertanen mussten die Konfession der Landesherren annehmen; wer sich weigerte, der landete im "ewigen (Kloster-)Kerker".
Im Miesbacher Land, das zur reichsunmittelbaren Grafschaft Hohenwaldeck gehörte, hatte Luther nicht wenige Anhänger. Wolf Dietrich von Maxlrain - er hatte die Herrschaft über das Gebiet - hatte sich 1563 offen auf die Seite der Reformation geschlagen. Damit stand er in Opposition zum katholischen bayerischen Herzog - bewußt: denn er wollte seine politische Eigenständigkeit & konfessionelle Unabhängigkeit betonen.
In Neukirchen (heute ein Gemeindeteil von Weyarn) waren die Schriften Luthers schon früh auf "fruchtbaren Boden" gefallen: Um 1560 sollen 400 Gläubige Gottesdienste in Nachbargemeinden besucht haben, um das lutherische Abendmahl zu erhalten. Zum Beispiel "pilgerten" sie deshalb nach Parsberg (heute Ortsteil der Kreisstadt). In Miesbach predigte ein reformierter Pfarrer. Daraufhin ließ der Herzog die Kirche von Soldaten umstellen & verhängte eine Handelssperre.
Dies & viel mehr berichtet der Kirchenhistoriker Roland Götz in seinem Vortrag "Luther im Oberland?" über die Reformationsgeschichte des Landkreises. Um 20 Uhr am 6. Oktober im Weyarner Bürgergewölbe.
Über die Ergebnisse der so genannten Visitationskommission, die alle Landkreisorte Mitte des 16. Jahrhunderts dokumentiert hatte, referierte Götz bereits am 11. Mai im Otterfinger Pfarrheim.
Über die Bedeutung der Maxlrainer für die Reformation hielt Alexander Langheiter am 16. Mai, im evangelischen Gemeindehaus Miesbach einen Vortrag.

Weitere Informationen & Veranstaltungen zum Lutherjahr 2017 im Landkreis Miesbach hier (pdf).

Anm.
Bedauerlicher- wie unverständlicherweise ist die sehenswerte Ausstellung "Auf den Spuren Luthers im Oberland“ in der Miesbacher Stadtbücherei nicht mehr zu sehen. Sie hätte das ganze Jahr über geöffnet bleiben müssen & nicht nur vom 7. bis 31. März 2017! Wollte man das historische Gift, den gefährlichen Geist des Protestantismus den Besuchern der Stadtbücherei nicht länger zumuten?
Schlußendlich hat Luther - über die Zeitläufe hinweg - die Katholische Kirche vor ihrem Untergang bewahrt. Wann leitet Rom seine Heiligsprechung ein? Doch das ist ein ganz anderes kirchengeschichtliches Thema ...
Und last but not least: "Warum Luther die Reformation versemmelt hat", das erläutert Friedrich Christian Delius in seiner aufschlussreichen gleichnamigen "Streitschrift", einem imaginären Disput am Biertisch mit dem vom Denkmal herabgestiegenen Reformator, der seinen von ihm gewählten Namen (er hieß eigentlich Luder) übrigens vom griechischen "Eleutherios" (der Freie -sic!) ableitete ...

Luthers Netzwerk
Wer mehr über die Entwicklungsgeschichte der Reformation in Bayern erfahren möchte, den informiert der Film "Luthers Netzwerk": Luther hatte zahlreiche Wegbegleiter & Gefolgsleute, philosophisch-theologische Vorläufer & radikale Sympathisanten, politische & diplomatische Helfer. Einige der wichtigsten Unterstützer kamen aus Bayern und/oder wirkten hier - erfolgreich oder tragisch.
Georg Spalatin aus Spalt zum Beispiel: Ohne die Hilfe des Beraters des Kurfürsten von Sachsen hätte der "vogelfreie" Luther nach dem Reichstag in Worms (1521) wohl kaum überleben können. - Oder der Malerfürst Lucas Cranach. Er kam aus Kronach & war ein enger Freund Luthers. Durch seine Massenproduktion von Porträts des Reformators wurde er zu einem seiner wichtigsten Propagandisten & PR-Manager.
Der TV-Film von Sabine Rauh ist ein Roadmovie durch die bayerischen Lande auf der Suche nach den historischen Personen, die die Reformation (auch in Teilen Bayerns) erst möglich machten.

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