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16.11.2017, 13:04 Uhr

Plankton, Plastik & der Tod

04.11.2016
Politik & Wirtschaft >> Wirtschaft

Robbe, verfangen im NetzEr kommt schleichend daher. Er nähert sich auf leisen Sohlen. Der Tod. Und meistens ist es nur ein Versehen. Das Leben vieler Meerestiere und Seevögel endet qualvoll, geraten Plastikmüll und Mikroplastik in ihre Nahrungskette.
Da verwechselt eine Meeresschildkröte eine Plastiktüte mit einer Qualle. Da gerät auch mal ein Handyteil versehentlich in den Magen eines Seevogels, oder Fische verwechseln Plastikteilchen mit Plankton. Meere und Flüsse werden zusehens auch durch Mikroplastik mehr & mehr verunreinigt. Eine tödliche Falle für Meerestiere. Prognosen gehen dahin, dass sich die Menge von derzeit ca. 7 Millionen Tonnen Plastik, die in unseren Meeren landen, in den nächsten Jahren noch verzehnfachen werden wird.

Da wirkt die jüngst gestartete Maßnahme der Händler, Plastiktüten nur noch gegen Geld abzugeben, eher wie ein schwaches Notrufsignal, betrachtet man die Mengen des jährlich anfallenden Plastikmülls, der nicht biologisch abbaubar ist und erst nach mehr als dreihundert Jahren beginnt sich zu zersetzen. Plastik zerfällt durch Wasserbewegung und UV-Licht in kleinste Teilchen, so genanntes Mikroplastik, und gerät in die Nahrungskette von Meerestieren und Seevögeln. Der Plastikmüll an Stränden und Küsten gibt einen Eindruck wieder, was sich auf und im Meer abspielt, und das Ökosystem in Gefahr bringt. 

Ein gutes Feeling ohne Peeling
Kleinste Plastikkügelchen sind in Kosmetika und Hygieneartikeln, z.B. Zahnpasta und Duschpeelings, enthalten. Sie landen im Haushaltsabwasser. Kläranlagen können diese Kleinstpartikel nicht herausfiltern, das Mikroplastik gelangt in die Vorfluter.
In Flüssen und Meeren lagern sich wassergelöste Pestizide und auch die Chemikalie Bisphenol A, die in Kunststoffen vorkommt und als Hormongift gesundheitsschädigend wirkt, an den Festteilchen ab - und geraten damit in die Nahrungskette von Tier und Mensch.
Verpackungsfreie Waren, der Einkaufsbeutel und wiederverwendbare Getränkeflaschen und "Kaffeebecher to go" sind einfache Maßnahmen, dem Plastik-Verpackungswahn entgegenzuwirken.

Robbe, verfangen im Netz - (c) Foto: Ecomare/S. de Wolf (Nabu)

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