Letzte Aktualisierung:
13.12.2018, 11:02 Uhr

Skikanonen am Sudelfeld

05.09.2014
Oberbayerische Alpenregion >> Alpenregion Oberbayern

Schneekanonen ante portas
Wie einer Pressemitteilung des DAV’s zu entnehmen ist, hat  der bayerische Verwaltungsgerichtshof am 19. August 2014 die Beschwerde des Deutschen Alpenvereins (DAV) sowie des Bund Naturschutzes (BN) gegen den Gerichtsentscheid des Verwaltungsgerichts vom 3. Juni 2014 zurückgewiesen.
"Zumindest einen Teilerfolg können die Naturschutzverbände bislang verbuchen: Der Beschneiungszeitraum wurde um einen Monat von viereinhalb auf dreieinhalb Monate verkürzt", heißt es in der Pressemitteilung.  - Hier Details zur Klage gegen die Beschneiung am Sudelfeld, die am 18. September 2014 von DAV & BN wegen zu geringer Erfolgsaussichten zurückgezogen wurde - mehr hier - (Abb. DAV/Steffen Reich)

Video beim BR vom April 2014 ... hier

Rückblick

Des neuen Landrats Osterei
Ausbau des Skigebiets Sudelfeld

(15.4.) - Das Sudelfeld ist Landschaftsschutzgebiet. Der Ausbau ist umstritten, jetzt hat das Landratsamt Miesbach den  Bau eines 150.000-Kubikmeter-Speichersees und Beschneiungsanlagen im Skigebiet genehmigt, wie Br-online meldet.
Naturschutzverbände und die Grünen waren dagegen. Nun muss der neue (grüne) Landrat Wolfgang Rzehak den Beschluss umsetzen, obwohl er der Meinung ist, dass der Ausbau die Probleme am Sudelfeld nicht lösen würde und er auch nicht sicher sei,  wieviel Fördergelder es geben werde. Er  stelle sich jedoch hinter die Entscheidung seiner künftigen Behördenmitarbeiter: Er habe  keinen Zweifel, dass alles nach Recht und Gesetz gelaufen sei: "Ich sehe nicht, dass hier hinter meinem Rücken noch schnell etwas durchgewunken worden wäre", ließ Rzehak verlauten.
Das Sudelfeld ist von jeher eine beliebte Wintersportregion - vor allem für Skifahrer aus München und Rosenheim.  Deshalb wolle man den Wintertourismus in der Region attraktiver machen, sagt das Landratsamt – dazu gehöre auch die Schneesicherheit. Die Umweltverbände überlegen, ob sie eventuell gegen die Baugenehmigung klagen wollen.

Der genehmigte Ausbau sorgt
weiter für Kritik
(16.4.) - Nach Angaben des Deutschen Alpenvereins (DAV) sind die zentralen Fragen des wasserrechtlichen Verfahrens, das inzwischen läuft, bisher ungeklärt.
"Der DAV hat den Eindruck, dass der scheidende Landrat das Projekt zum Abschluss seiner Amtszeit unbedingt noch durchdrücken will."
Der Kreisvorsitzende des Bundes Naturschutz, Manfred Burger, plädiert in einem Interview mit dem BR für einen sanften Tourismus und weist  darauf hin, dass die Realisierung des Projektes ohne Fördergelder nicht möglich sei.
Der zukünftige Landrat Rzehak bezweifelt, dass der erwartete wirtschaftliche Anschub insbesondere für Bayrischzell durch die Schneekanonen erfüllt werden kann.


Staatliche Förderungsmittel für Schneekanonen

(08.05.) - Während die Baumaßnahmen am Sudelfeld voranschreiten und Tatsachen schaffen, wollen Umweltverbände klagen. Sie sehen darin einen herben Verstoß gegen den Naturschutz.
Der Bayerische Landtag hat nach Angaben des BR gestern entschieden, das  voraussichtlich 45 Millionen Euro teure Projekt  für den Ausbau der künstlichen Beschneiungsanlage mit öffentlichen Mitteln zu fördern.
Der Nutzen dieser Baumaßnahme ist nach wie vor umstritten.
In Fachkreisen wird bezweifelt, dass der Tourismus in Bayrischzell sich dadurch positiv entwickeln werde. Befürworter sehen in der Anlage einen Nutzen für die nächsten 10-15 Jahre.
Claudia Stamm, haushaltspolitische Sprecherin der Grünen im Bayerischen Landtag fordert: „Wir brauchen ein neues Tourismuskonzept für Wintertage ohne Schnee und eine Klimaschutzprüfung für die Wirtschaftsförderung".

Schneekanonen drohen Alpen auszutrocknen
"Die künstliche Beschneiung von Skipisten droht die Alpen auszutrocknen. Davor warnt die deutsche Wissenschaftlerin Carmen de Jong vom Hochgebirgsinstitut der Universität von Savoyen. Insgesamt würden rund 24 000 Hektar Skipisten mit rund 95 Millionen Kubikmetern Wasser im Jahr beschneit", ist im Blog "Klimaforschung & Naturschutz" zu lesen (von dem auch obige Abb. stammt).
 

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